
Michael Zillmer - Geschäftsführer bei Innogames
Die InnoGames GmbH aus Hamburg ist eine der erfolgreichsten deutschen Spiele-Schmieden für Browsergames. Mit den beiden Flaggschiffen „Die Stämme“ und „The West“ sind die Hamburger Entwickler aus dem Markt der Online-Spiele nicht mehr wegzudenken. DatenSchätze hat die Gelegenheit ergriffen und Michael Zillmer, Geschäftsführer bei InnoGames, um ein Gespräch gebeten.
DatenSchätze: Weltweit erfreuen sich bereits mehr als 6 Millionen Spieler an den Spielen aus dem Hause InnoGames. Möglicherweise wird es jedoch den ein oder anderen Leser geben, der bisher weder „Die Stämme“, noch „The West“ gespielt hat. Wie würden Sie diesem Leser Ihre Spiele beschreiben? Was sind die Unterschiede untereinander und zu anderen Browserspielen auf dem Markt?
Michael Zillmer: “Die Stämme” ist ein klassisches Aufbau- und Strategiespiel. Es lebt besonders von der Möglichkeit, sich in einem Stämmesystem mit anderen Mitspielern zu verbünden und bietet so sehr viel Interaktion der User untereinander. Wir haben 2003 die erste Stämme-Welt eröffnet und die allermeisten derjenigen, die damals dabei waren, sind auch heute noch aktiv – das spricht denke ich für die sehr hohe Langzeitmotivation.
Eine hohe Langzeitmotivation zu erreichen war auch unser Antrieb bei der Programmierung für “The West”. In dem Rollenspiel schlüpft der Mitspieler in die Rolle eines Cowboys, Sheriffs, Outlaws, Goldsuchers oder eines anderen Charakters. Seiner Charakterwahl folgend kann er im Laufe des Spiels seine Fähigkeiten verbessern, indem er verschiedene Questreihen durchläuft. Und da wir im Wilden Westen spielen, wo die Colts locker sitzen, können die User auch andere Spieler zu Duellen herausfordern und ihnen ihr hart verdientes Geld zum Teil wieder abluchsen.
Um den anhaltenden Spielspaß zu garantieren bauen wir bei The West gerade die Interaktionsmöglichkeiten der Spieler aus. Dadurch dass wir die Möglichkeit zu Massenkämpfen um Befestigungsanlagen eingebaut haben, wird es auch bei The West zunehmend wichtiger, in einem gut kommunizierenden Netzwerk zu spielen
DatenSchätze: Kommunikation und Langzeitmotivation scheinen Wirkung zu zeigen. „Die Stämme“ ist mittlerweile ein Urgestein unter den Browsergames und wurde 2007 in der Kategorie „Spielspaß“ zum Browserspiel des Jahres gekürt. Die Anfänge von „Die Stämme“ reichen dabei schon bis ins Jahr 2003 zurück. Wie entstand die Idee zu diesem Klassiker und wie sah Ihr Alltag in den ersten Jahren mit „Die Stämme“ aus?
Michael Zillmer: Die Idee war ganz einfach ein Spiel zu programmieren, das wir selber gerne spielen wollten. Wir hatten anfangs ja nicht den Plan, das ganze hochprofessionell aufzuziehen – es sollte einfach Spaß machen. Das Mittelalter hat uns schon seit der Kindheit fasziniert, deshalb wir uns dafür als Szenario entschieden. Was uns am Anfang vielleicht in punkto Professionalität noch gefehlt hat, haben wir versucht durch Leidenschaft wettzumachen. Das ist bei der Community gut angekommen und hat uns in den Jahren des Wachstums sehr geholfen.
DatenSchätze: Als Entwickler, die selbst leidenschaftlich ihre Browsergames spielen, hat man durchaus einen besonderen Blick auf die Spielmechanik. Inwiefern waren die Erfahrungen aus „Die Stämme“ hilfreich für die Entwicklung von „The West“ und was hat sie bewegt mit dem Western-Setting dem Mittelalter den Rücken zu zukehren?
Michael Zillmer: So faszinierend das Mittelalter auch ist, jedes Browsergame in dieses Szenario zu legen, wäre wohl doch etwas fade. Wir haben schon bewusst für unser zweites Spiel ein anderes Genre und eine andere Umgebung gewählt. Der Wilde Westen ist aus unserer Sicht für ein Rollenspiel das absolut ideale Szenario.
Datensätze: Das ideale Szenario? Das müssen Sie uns bitte genauer erklären.
Michael Zillmer: Fast jeder hat in seiner Kindheit doch schonmal Cowboy und Indianer gespielt und sich dabei für eine der beiden Rollen entscheiden. So gesehen setzen wir nur eines der ältesten Rollenspiele für das virtuelle Zeitalter um – und peppen es ein bisschen auf, indem wir noch ein paar mehr Möglichkeiten hinzugefügt haben.
DatenSchätze: Nach „Die Stämme“ hat 2009 auch „The West“ den Titel als Browsergame des Jahres gewonnen. InnoGames hat in der Zwischenzeit ein beachtliches Wachstum erfahren. Wie hat sich Ihre Arbeit und das Unternehmen verändert? Findet man bei all der Arbeit noch Zeit seine Spiele selbst zu spielen?
Michael Zillmer: Wir sind natürlich deutlich professioneller geworden – anders kann man sechs Millionen Mitspieler auch gar nicht handeln. Inzwischen haben wir Unterstützung von 40 Mitarbeitern an unserem Hamburger Standort, 60 Community Managern und rund 500 ehrenamtlichen Helfern. Ohne die wäre es immer noch nicht machbar, Spiele in der Größenordnung von Die Stämme und The West Gleichzeitig versuchen wir halt eine Nähe zu unseren Mitspielern zu behalten. Das geht nur, wenn man auch selbst Teil der Community bleibt – deshalb, und weil es natürlich einfach viel Spaß macht, spielen wir unsere Games natürlich auch immer noch selber.
Die Zeit ist dabei nur ein Problem in Bezug auf den InGame-Erfolg. Um es hier ganz nach oben zu schaffen, reicht es zeitlich nicht mehr bei mir aus. Das Gute an “The West” und “Die Stämme” ist aber, dass man den Aufwand selbst in der Hand hat. Man kann auch mit 10 Minuten am Tag bei beiden Spielen Spaß haben.
DatenSchätze: Neben der Leidenschaft am Spiel selbst, ist Games zu entwickeln ein Traum vieler Spielefans. Wir könnten uns vorstellen, dass auch viele unserer Leser diesen Traum hegen. Gibt es Möglichkeiten für sie bei InnoGames mitzuwirken und welche Fähigkeiten sind gefragt?
Michael Zillmer: Den Traum kann ich gut nachvollziehen, das war ja auch unserer.
Wir suchen fast immer talentierte und engagierte Leute. Im Moment sind für InnoGames zehn Stellen ausgeschrieben – auch daran sieht man, wie dynamisch InnoGames derzeit wächst. Die Möglichkeiten mitzuwirken reichen vom ehrenamtlichen Supporter über den Community Manager bis zur Festanstellung. Für jede Position gibt es natürlich ganz unterschiedliche Voraussetzungen, die wir aber auf unserer Homepage beschrieben haben. Jedem, der Lust hat, bei uns mitzuarbeiten, kann ich empfehlen, sich auf www.innogames.de die aktuellen Stellenangebote anzuschauen – außerdem stellen wir da auch unser Team und die Arbeitsumgebung etwas näher vor.
DatenSchätze: Wagen wir einen Blick nach vorn: Wie geht es bei InnoGames weiter und was erwartet die Spieler in Zukunft?
Michael Zillmer: Neben der Weiterentwicklung von “Die Stämme” und “The West” haben wir natürlich noch ein paar andere spannende Projekte im Kopf. Wir wollen noch im Sommer die Beta-Version unseres dritten Spiels für 1.000 User freischalten.
Datenschätze: Das klingt natürlich äußerst interessant. Möchten Sie uns mehr verraten?
Michael Zillmer: Es wird ein anspruchsvolles Strategiespiel sein, in dem es auf ein gutes Teamwork ankommt, um Erfolg zu haben. Wir werden wieder versuchen, das Prinzip „Easy to learn, hard to master“ erfolgreich umzusetzen. In welchem Szenario das Spiel stattfindet, wird noch nicht verraten, aber auf der Startseite unserer Homepage ist ein recht deutlicher Hinweis platziert.
DatenSchätze: Vielen Dank, dass Sie sich zeit genommen und unseren Lesern einen Blick hinter die Kulissen von InnoGames gegeben haben. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und Freude mit Ihrer Arbeit und bedanken uns für den freundlichen Kontakt!










