
Kai Hummel - Leiter Unternehmenskommunikation bei KWICK!
Soziale Netzwerke feiern im Internet einen Siegeszug. Mittlerweile pflegen viele Menschen ihre Kontakte online. Doch wie entsteht eine solche Community? Wie sieht die Arbeit hinter den Kulissen eines großen Freundes-Netzwerkes aus? Um Ihnen einen Einblick in die Hintergründe einer der größten regionalen Communities Deutschlands zu geben, haben wir Kai Hummel, Leiter der Unternehmenskommunikation bei kwick.de, um ein Gespräch gebeten.
DatenSchätze: KWICK! gehört mit über einer Milliarde Seitenaufrufen monatlich zu den bedeutendsten Websites auf dem deutschen Markt. Ungeachtet dessen: Wie würden Sie kwick.de einem Leser beschreiben, der noch nie von Ihrer Community gehört hat?
Kai Hummel: Wir sind ein Social-Network oder moderner gesagt – eine Community. Nicht typisch nur online verfügbar sondern auch offline über Veranstaltungsintegrationen beispielsweise. Unsere Mitglieder kennen sich zu einem Großteil auch persönlich – „in echt“ sozusagen. Zudem sind die Freundesnetzwerke stark verknüpft, oftmals viel enger wie bei unseren Konkurrenten eben weil auch Kontakt zueinander im realen Leben besteht.
DatenSchätze: KWICK! wurde vor mittlerweile zehn Jahren gegründet. Die Arbeit am Betriebssystem „Windows“ hat seinerzeit in einer Garage begonnen. Wie können sich unsere Leser die Anfänge bei kwick.de vorstellen?
Kai Hummel: Eigentlich recht einfach – zwei Studenten standen vor der großen scheinbar unlösbaren Aufgabe, etwas Großes schaffen zu wollen im weltweiten Netz. So begannen Sie anfangs auf dem heimischen PC mit spärlichen Mitteln und dem ersten eigenen kleinen Server einen Veranstaltungskalender für den Großraum Stuttgart zu programmieren, der später in eine Community gewandelt wurde. Man war damit beschäftigt, die Community über Veranstaltungen in der Region bekannt zu machen. Was dann passiert ist, ist ja bekannt. Das Wachstum explodierte plötzlich und die Mitgliedszahlen nahmen Woche für Woche exponentiell zu.
DatenSchätze: Was unterscheidet KWICK! von anderen Communities und worin sehen Sie die Hauptgründe für den Erfolg von kwick.de?
Kai Hummel: Nun wie bereits erwähnt findet KWICK! nicht nur online statt. Aber der ausschlaggebende USP dürfte sein, dass man auf KWICK! selbst entscheiden kann, ob man anonym unterwegs sein möchte oder mit seinen vollen Daten auftreten mag. Egal ob ich mich anmelde, um nur ein wenig zu flirten oder um meine eigene kleine Page mit allen Informationen zu erstellen, bei KWICK! geht das. Bei Plattformen wie StudiVZ oder Facebook wird das schwierig. Insbesondere bin ich bei KWICK! sofort integriert in das gesamte Angebot. Ich kann sofort loslegen und kommunizieren - wenn ich möchte mit der gesamten Community. Bei Facebook ist eine Kommunikation schwer möglich ohne, dass mich mein Gegenüber nicht mindestens einmal verifiziert hat per Freundschaftsantrag. Des Weiteren versuchen wir unseren Mitgliedern nah zu sein. Man kann uns einfach ansprechen - auch in der Community. Wir sehen uns als Dienstleister für die Community und entwickeln unser Angebot kontinuierlich weiter zusammen mit allen Mitgliedern.
Die KWICK!-Website
DatenSchätze: Inzwischen sind durchschnittlich 50 000 Mitglieder gleichzeitig online. Abends sogar oftmals 90.000. Das ist beachtlich. Wie haben sich das Unternehmen und Ihre Arbeit mit KWICK! verändert?
Kai Hummel: Mit der Größe des Unternehmens wächst man mit. Nur die eigene Betriebsblindheit sollte man ständig überwachen. Natürlich macht es ein Unterschied ob ich zuhause mit einem Kommilitonen sitze und die Seite programmiere oder mittlerweile als Geschäftsführer dieses Projekt am Laufen halte zusammen mit knappen 40 Festangestellten und einem Freiwilligen-Team aus Hunderten von Helfern. Wir sind eben eine richtige Firma wie viele andere auch. Was sich die letzten Jahre stark verändert hat, ist der Konkurrenzmarkt. Anfangs gab es kaum vergleichbare Angebote. Eine Zeitlang schossen mögliche Konkurrenten wie Pilze aus dem Boden. Momentan hat sich der Markt allerdings diesbezüglich gefestigt.
DatenSchätze: Aktuell gab es in den Medien einige Vorfälle in Bezug auf Datenschutz in sozialen Netzwerken. Welche Maßnahmen treffen Sie, um die Daten Ihrer Mitglieder zu schützen?
Kai Hummel: Nun, Daten sind das wichtigste Gut einer Community. Allein deshalb sollte man großen Wert auf deren Schutz legen. Auch hier versuchen wir ständig mit neuesten Möglichkeiten und Technologien zu arbeiten. Gleichzeitig beziehen wir unsere Mitglieder mit ein und lassen sie wirklich in jeder Hinsicht entscheiden, welche Daten sie preisgeben möchten. Wie bereits erwähnt kann ich auf KWICK! sowohl komplett anonym sein, als mich auch mit allen möglichen Daten zu präsentieren. Wir haben entsprechende Datenschutzfilter, nach denen jedes Mitglied explizit einstellen kann, was gesehen und gefunden werden darf und was nicht. Das ist nicht nur unseren Mitgliedern wichtig, sondern auch uns.
DatenSchätze: Communities und Soziale Netzwerke erfreuen sich großer Beliebtheit. Auf der anderen Seite werden Bedenken immer stärker, die vor zu großzügigen Angaben über die eigene Person im Internet warnen. Wie bewerten Sie die Entwicklung? Wird sich die Begeisterung für Communities legen?
Kai Hummel: In absehbarer Zeit nicht. Wenn man bedenkt, dass laut aktuellen Studien jeder dritte in einer Community unterwegs sein soll, ist dieser Trend wohl kaum aufzuhalten. Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert, Marktführer haben sich positioniert und kleinere Anbieter haben ihre Daseinsberechtigung gefunden. Wer jetzt noch kommen will, und oben mitmischen, der muss schon die Innovation schlechthin im Handgepäck mitbringen ansonsten wird sich da nicht viel tun. Es bleibt abzuwarten ob alle Communitys überleben werden oder uns früher oder später ein größerer Mitbewerber wegbrechen wird. Die Wahrscheinlichkeit dessen ist nicht gerade klein.
DatenSchätze: Wir haben über die gesellschaftlichen Trends zu Communities gesprochen. Wie wird KWICK! sich darauf einstellen? Welche Schritte planen Sie für die Zukunft und worauf können sich Ihre Mitglieder freuen?
Kai Hummel: Wir werden unseren Mitgliedern auch weiterhin eine attraktive Plattform bieten mit allen relevanten Möglichkeiten im modernen web2.0. Der Fokus liegt bei uns Hauptsächlich auf der Verbesserung unseres Produktes. Keep it simple – es muss einfach sein und trotzdem besser als die anderen. Ohne Schnickschnack und unerlässlich. Natürlich wird sich bei uns in der nächsten Zeit im mobilen Bereich einiges tun. Da liegt ein großer Teil der Zukunft.
DatenSchätze: Vielen Dank für den spannenden Einblick. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und Freude mit KWICK!
Kai Hummel: Ich habe Ihnen zu danken. Alles Gute und weiterhin viel Erfolg.
Weiterlesen? Mehr Informationen finden Sie in unserem Review zu kwick.de. Dort können Sie KWICK! bewerten und Ihre Meinung in der Diskussion äußern. Einen Überblick über soziale Netzwerke erhalten sie in unserem Artikel zu Communities. Dem Themengebiet der Partnersuche widmen wir uns im Artikel zu Partner-Netzwerken.





