
Marcus Berg - Marketing Manager bei Travian Games
Die Spiele aus dem Hause Travian Games sind mittlerweile stehende Größen im Genre der Browsergames. Mit Travian und Travianer kann der Spieler zwischen zwei Konzepten in einem Spielhintergrund wählen. Mit ihrem neuen Spiel „Wewaii“ verlässt das Team von Travian Games diesen Spielhintergrund und wendet sich einem völlig neuen Setting zu. DatenSchätze hat die Gelegenheit ergriffen und Marcus Berg, Marketing Manager bei Travian Games, zu den Hintergründen befragt.
DatenSchätze: „Travian“ und „Travianer“ stellen einen Sonderfall unter den Browsergames dar, da beide Spiele ein Thema von zwei Seiten angehen. Wie würde Sie einem neuen Spieler Ihre beiden Spiele beschreiben? Was sind die Unterschiede zu anderen Browsergames Ihrer Genres?
Marcus Berg: Die Browserspiele Travian und Travianer sind historisch in der Antike angesiedelt und behandeln wie bereits treffend bemerkt die selbe Thematik. Allerdings sprechen wir mit beiden Spielen unterschiedliche Spielertypen an.
So ist die ursprüngliche Version von „Travian“ dem Genre der Aufbaustrategiespiele zuzuordnen. Der Spieler entscheidet sich zunächst für eine Volkszugehörigkeit, er kann zwischen Römern, Galliern oder Germanen wählen. Im Spiel selbst ist der Spieler dann der Häuptling seines eigenen Dorfes. Seine Aufgabe ist in erster Linie sein Dorf nach und nach auszubauen, Rohstoffe zu gewinnen und zu verarbeiten und natürlich das Dorf vor Angreifer zu beschützen. Im besten Fall sogar in einer großen Allianz gemeinsam mit vielen anderen Spielern Kämpfe und Feldzüge zu führen. Da die drei zuvor genannten Völker ihre jeweiligen Vor- und Nachteile haben, macht das nicht nur die unvorhersehbare Spielentwicklung unglaublich spannend, sondern hält auch den Austausch der Mitspieler lebendig.
Das Spiel „Travianer“ bewegt sich zwar in der Travian-Welt, allerdings stehen andere Aufgaben im Vordergrund. Die Story spielt sich eher im Detail eines einzelnen Travianers ab, der den abwechslungsreichen Alltag eines Dorfbewohners meistert, das Erbe antritt und das Geheimnis des Dorfes lüften soll. Es handelt sich um ein Community-Rollenspiel, in dem sehr viel Wert auf die Kommunikation und Austausch zwischen den Mitgliedern gelegt wird. Denn nur durch die Kooperation mit weiteren Spielern entstehen interessante Handelsverbindungen, starke Freundesbäume und mächtige Gilden mit prächtigen Häusern. Das macht wahnsinnig viel Spaß, da das Spielgeschehen sehr flexibel gestaltet ist und dank eines sehr gut ausgearbeiteten Questsystem eine unglaubliche Spieltiefe mit sich bringt.
DatenSchätze: Was hat Sie bewogen die Trennung der beiden Konzepte zu vollziehen und zwei Browsergames im selben Spielhintergrund anzusiedeln?
Marcus Berg: Nunja, zunächst sollte man bedenken, dass Travian aus einem reinen Freizeitprojekt entstanden ist und hier der Spaß am Programmieren im Vordergrund stand. Alles weitere war ein reiner Selbstläufer nach dem altbewährten Schneeballprinzip. Die Entwicklung von Travianer war viel mehr eine kleine Wette im Freundeskreis bei der es darum ging zu beweisen, dass es möglich ist, ein animationsgetriebenes Browsergame zu entwickeln, das vollkommen auf einer AJAX-Technologie basiert. Wir haben damals ganz unvorhergesehen und überraschend den Browsergames Award 2007 gewonnen. Letztlich war dies einer der Gründe damit an die Öffentlichkeit zu gehen.
DatenSchätze: Viele Nutzer kritisieren bei Browsergames, die lange Jahre existieren, dass mächtige Spieler und Premium-Kunden das Spielgeschehen dominieren. Wie gehen Sie bei Travian Games mit dieser Problematik um?
Marcus Berg: Die Achtung und Gleichbehandlung aller Spieler sind nur einige unserer Wertevorstellungen im Hause Travian Games. Von daher kann ich das Argument nicht so ganz nachvollziehen, da Spieler, die unsere Premium Funktion in Anspruch nehmen nicht zwangsläufig „dominieren“ oder dadurch „mächtiger“ sind. Unsere Spieler haben über „Travian Plus“ zum einen die Möglichkeit das Spiel komplett werbefrei zu spielen und an Features zu gelangen, die ihnen im Spiel selbst nützlich sind oder sich als Hilfe herausstellen können. Das alles ist aber kein Anspruch darauf im Spiel selbst besser gestellt zu sein, da am Ende des Tages nur die richtige Strategie und etwas Glück über Niederlage und Erfolg entscheidet.
DatenSchätze: Unsere Leser sind besonders an den Hintergründen interessiert. Wie müssen die Leser sich die Arbeit bei Travian Games vorstellen? Wie hat sich die Arbeit an Ihren beiden Spielen im Laufe der Zeit verändert?
Marcus Berg: Aus einem Hobby ist eine Firma mit professionellen Strukturen entstanden, die wirtschaftlich arbeitet und wettbewerbsfähig ist. Darüber bietet die Travian Games GmbH derzeit über 100 Mitarbeiter die Möglichkeit sich zu entwickeln und je nach beruflicher Laufbahn sich einzubringen und einen stark wachsenden Markt mit zu gestalten.
DatenSchätze: Mit steigenden Spielerzahlen und Veränderung der Arbeit kommen unvermeidbar auch Probleme auf ein Team zu. Was waren die größten Stolpersteine auf Ihrem Weg zum Erfolg? Welche Schwierigkeiten kamen im Zuge der Trennung der Spielkonzepte auf Sie zu?

Das Logo der Travian Games GmbH
Marcus Berg: Da wir die Spielkonzepte nicht bewusst voneinander getrennt haben, sondern es sich bei Travianer um die Entwicklung eines einzelnen Mitarbeiters handelte, wurde das Konzept dankend aufgenommen und integriert. Die logische Konsequenz daraus war, die Zuständigkeitsbereiche auszuweiten und mit jeder weiteren Landesversion und wachsender Spielerzahl auch die Anzahl der jeweiligen Länder-Admins und Supportmitarbeiter zu erhöhen. Travian Games verfügt derzeit über 1400 Server insgesamt, auf denen ca. 332 Spielwelten verwaltet werden. Wie jede andere Firma müssen natürlich auch wir von etwas leben und so waren die einzigen „Stolpersteine“ wohl die nutzerseitige Diskussion über die Einführung unserer kostenpflichtigen Premium-Funktionen.
DatenSchätze: Neben den Hürden gab es natürlich auch Momente des Triumphs. Wir könnten uns vorstellen, dass die Wahl von „Travianer“ zum Browsergame des Jahres 2007 ein beflügelndes Erlebnis für das Team war. Gibt es weitere Momente aus denen Sie Energie gewinnen konnten und wie beeinflussten diese Ihre Arbeit innerhalb des Spiels?
Marcus Berg: Der Begriff „Triumph“ ist mir zu negativ angelastet, von daher werten wir es als Anerkennung unserer Arbeit. Wir freuen uns sehr darüber, wenn Spieler Gefallen an unseren Produkten finden, das wiederum verleiht uns die Ambition unsere Produkte stets weiter zu verbessern und uns nicht auf Erfolgen auszuruhen. Erfolge sind schön, aber Schönheit vergänglich, von daher bleiben wir auf dem Boden und machen weiter unsere Arbeit.
DatenSchätze: Mit der Start der Beta von „Wewaii“ positioniert sich Travian Games mit einem Paukenschlag in neuen Genres. Was erwartet die Spieler bei „Wewaii“? Was waren die Gründe dafür, sich mit dem Thema „Urlaub“ zu beschäftigen?

Wewaii - Wirtschaftssimulation im Genre "Urlaub"
Marcus Berg: Der Hotelmanager Wewaii ist eine Aufbau-Wirtschaftssimulation rund um das Thema Urlaub. Der Spieler baut und erweitert sein Hotel und bemüht sich dabei stets um die Zufriedenheit seiner Hotelgäste. Jeder einzelne Urlauber verhält sich authentisch – zumindest so wie man sich einen typischen Urlauber mit all seinen Wünschen und Bedürfnissen vorstellt - und kann dabei vom Spieler in Echtzeit beobachtet werden. Das fängt an bei Handtüchern auf den Sonnenliegen bis hin zur sinkenden Gesamtzufriedenheit bei unzureichender Gästeanimation. Das Spiel ist in erster Linie die Entwicklung der TG Nord – einer Tochterfirma der Travian Games GmbH - aus Hannover. Wer sich von Wewaii überzeugen möchte surft auf www.wewaii.de .
DatenSchätze: „Wewaii“ setzt komplett auf Flash und weist im Vergleich zu klassischen Browsergames eine attraktive Optik auf. Was waren die Gründe für den technischen Umstieg und welche Chancen ergeben sich daraus für „Wewaii“? Planen Sie auch „Travian“ und „Travianer“ graphisch weiter zu entwickeln?
Marcus Berg: Ein anderer Entwickler – eine andere Herangehensweise, daher auch die Flash-Basis. Natürlich nutzt man die neueste Technologie sowie die technischen Möglichkeiten und versucht diese auch voll auszureizen. Spiele wie Travian und Travianer sind grafisch so gewollt und unter anderem auch genau deshalb so beliebt. Die Spiele komplett zu überarbeiten und dasselbe Produkt nochmals zu veröffentlichen, wäre keine Herausforderung. Allerdings darf ich soviel verraten, dass wir derzeit an einer Neuentwicklung arbeiten, die dem Browserspielemarkt neue Wege aufzeigen wird.

Imperion - Graphikfeuerwerk im Weltraumgenre
Datenschätze: Bleiben wir bei den nächsten Schritten. Gibt es neben „Wewaii“ noch weitere Pläne oder werden Sie sich auf Ihr neues Spiel konzentrieren?
Marcus Berg: Wie gerade erwähnt, stehen die Mühlen niemals still und es fließt immer wieder frisches Wasser nach. Soeben haben wir zum Beispiel ein Weltraum-Strategiespiel mit dem Namen Imperion veröffentlicht, das deine Frage in Richtung attraktive Optik beantworten sollte. Bei Imperion haben wir sehr viel Wert auf hochwertige und frische Grafiken gelegt, die in ihrer Qualität nahezu schon der Filmebranche entsprechen. Seit dem 1. Juli läuft unter www.imperion.de unsere deutschsprachige Beta-Version, die Mitte August in den finalen Betrieb übernommen wird.
DatenSchätze: Vielen Dank, dass Sie unseren Lesern einen Blick hinter die Kulissen gewährt haben. Wir bedanken uns für den freundlichen Kontakt und wünschen Ihnen für die Zukunft viel Erfolg!







